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Adventskalender.

 

Extra

2018 haben wir Ihnen
24  Adventsmärchen
zum Vorlesen angeboten.

2019 gab es für Sie
24 Adventsgedichte.

Wer mag – hier können Sie diese noch einmal komplett herunterladen.

24 PROMIS

ADVENTSKALENDER

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Hans Christian Andersen

 

1805 – 1875

 

 

 

 

 

 

 

Hans Christian Andersen, der nicht nur von den Dänen heute hochverehrte Dichter, war zeitlebens Legastheniker. Er konnte nie richtig fehlerfrei Dänisch schreiben.

Im „Märchen meine Lebens“, einer Art Biografie, beschreibt Andersen sein Erleben: In der Klippschule bekam er die Rute von der Lehrmutter übergezogen, als „alle zu gleicher Zeit mit lauter Stimme buchstabierten“. Empört  nahm er sein Buch und ging.

Er wechselte die Schule, machte von sich reden mit dem talentierten Spielen kleiner Stücke, die er auswendig lernte. Sein honoriges Publikum empfahl ihn für die Gelehrten-Schule. „Ich besuchte die Armenschule, lernte dort Religion, Schreiben und Rechnen, und dieses letztere schlecht genug. Ich konnte kaum ein Wort richtig buchstabieren. Jedes Mal, wenn des Lehrers Geburtstag war, flocht ich ihm einen Kranz und schrieb ein Gedicht für ihn; er nahm es halb mit Lächeln, halb mit Spott, das letzte Mal schalt er darüber.“

Die Mutter nahm ihn mit 14 aus der Schule, er sollte in die Schneiderlehre, erbettelte und erheulte sich jedoch die Erlaubnis, in Kopenhagen „berühmt werden zu dürfen“. Die Mutter ließ ihn mit ziehen.

Andersen träumte vom Theater, versuchte eine Sängerkarriere, schrieb erste Stücke, Gedichte und anderes. Man riet ihm Latein zu lernen, das bringe ihn auf den Weg des Studenten. Er tat es. Er nahm zugleich Unterricht im Dänischen, dann die höhere Schule. Erste Erfolge stellten sich ein. Trotzdem zweifelte er an seinen Fähigkeiten, zu oft hörte er Spott. Es „herrschte daheim noch dieselbe kleinliche Lust, meine Fehler herauszuklauben, dasselbe fortwährende Erziehen, und ich war schwach genug, es von völlig Unberufenen zu dulden; selten scherzte ich darüber, und tat ich es, so nannte man es Übermuth, Eitelkeit und äußerte, dass ich nie auf vernünftige Leute hören wolle“. Er fühlte sich erniedrigt. „Ein solcher Erzieher fragte mich einst, ob ich den „Hund“ mit einem kleinen „h“ schreibe – er hatte in meinem letzten Buche einen solchen Druckfehler gefunden; ich erwiderte scherzend: ‚ja, hier habe ich von einem kleinen Hunde gesprochen.‘ – Das sind aber kleine Leiden, wird man sagen; ja, aber es sind Tropfen, die einen Stein aushöhlen.“

„Mein später Schulbesuch und mein Drang, als ich Student wurde, auch gleich als Schriftsteller aufzutreten, machen es erklärlich, dass mein erstes Buch nicht ohne grammatikalische Fehler war.“ Andersen hatte auf einen Korrektor verzichtet. „Nun spottete man über diese Fehler und verweilte bei ihnen, während man über das, was gut war, leicht hinwegging; ich kenne Menschen, die meine Gedichte nur durchlasen, um Fehler herauszufinden.“

Noch Jahre später kamen diese alten Geschichten immer wieder durch Literaturkritiker auf die öffentliche Tagesordnung. „Alle wollten mich belehren, fast alle sagten, das ich durch Lob verdorben würde, und deshalb wollten sie mir die Wahrheit sagen; so hörte ich fortwährend nur von meinen Fehlern, den wirklichen und den angeblichen Schwächen.“

Zeitlebens blieb dieses Problem als Makel an Hans Christian Andersen hängen. Er später fand er die Würdigung, die ihm zu Lebzeiten versagt blieb.

 

Das komplette „Märchen meines Lebens“ ist im Gutenberg-Projekt digital lesbar.
Im zweiteiligen "Märchen seines Lebens" erzählt er immer wieder sehr eindrücklich aus der Sicht seiner Zeit, wie schwer es ihm wegen seiner Schreibprobleme gemacht wurde, als der Dichter wahrgenommen zu werden, als der er heute weltweit anerkannt ist. Als PDF fügen wir deshalb eine Digitalisierung der deutschen Ausgabe von 1874 bei. Viel Vergnügen beim Lesen …

 

 

20. Dezember 2020

„Ich kenne Menschen,
die meine Gedichte nur durchlasen,
um Fehler herauszufinden.“

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